Aufgaben und Tätigkeiten kompakt

Landschaftsarchitekten und -architektinnen sind vor allem in der Landschafts- und Freiraumplanung tätig. Als Landschaftsplaner/innen, z.B. in der Raum-, Regional- oder Stadtplanung, bewerten sie die räumlichen und gestalterischen Anforderungen an Landschaften, setzen die Ergebnisse um und sorgen zugleich für die Beachtung der natürlichen Lebensgrundlagen. Sie erstellen Konzepte und Planungen zur Erhaltung und Entwicklung von Naturräumen, zur nachhaltigen Raumordnung und Siedlungsentwicklung, zur Dorf- und Stadterneuerung, zur Gestaltung des Umfeldes von Wohn- und Arbeitsstätten und zur Objektplanung im weiten Aufgabenfeld der Landschaftsarchitektur. Darüber hinaus sind Landschaftsarchitekten und -architektinnen als Landschaftsbauer/innen in der Umsetzung größerer landschaftsbaulicher Maßnahmen tätig. Sie bereiten Baumaßnahmen vor, fertigen Entwürfe an, planen und überwachen die fachgerechte Angebotserstellung und Bauausführung.
Sie können auch als Sachverständige/r tätig werden, Managementaufgaben in Zweck-, Berufs- und Wirtschaftsverbänden übernehmen oder bei Entwicklungshilfeprojekten im Rahmen von Natur- und Landschaftsschutzmaßnahmen mitarbeiten. Nach einem Masterstudium stehen ihnen auch Tätigkeiten in Wissenschaft und Forschung offen.

Aufgaben und Tätigkeiten (Beschreibung)

Worum geht es?

Landschaftsarchitekten und -architektinnen planen und gestalten öffentliche oder private Frei- und Grünflächen. Dabei berücksichtigen sie ästhetische, wirtschaftliche, ökologische und soziale Aspekte.

Landschafts- und Freiraumplanung

Die beiden großen planerischen Aufgabenfelder von Landschaftsarchitekten und -architektinnen sind die Landschaftsplanung und die Freiraumplanung. Die Landschaftsplanung vollzieht sich auf verschiedenen Planungsebenen von der Bundesebene bis zu den Kommunen. Auftraggeber können Ministerien, Landkreise oder Gemeinden sein. Es geht dabei z.B. um großräumige Landschaftssanierungen, um Konversion und Dekontamination

Fachworterklärung

Dekontamination

Verfahren zur Beseitigung von radioaktivem, biologischem bzw. chemischem Abfall.

Auch: Methode zur Entseuchung von radioaktiv, biologisch bzw. chemisch vergifteten Gebieten, Gegenständen, Lebewesen u.Ä.

von ehemals militärisch genutzten Landschaften, um Revitalisierung von Industrie- und Siedlungsbrachen sowie um die Planung und Umsetzung von Naturschutzprogrammen. Beispielsweise projektieren Landschaftsarchitekten und -architektinnen sogenannte Kompensationsflächen, die für unvermeidbare Eingriffe in Natur und Landschaft gleichwertigen Ausgleich bzw. Ersatz durch Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege schaffen. Ebenso erstellen sie z.B. Biotopkonzepte, Studien zur Umweltverträglichkeit von Planungen oder Konzepte für land- und forstwirtschaftliche Extensivierungen. In der Freiraumplanung gleicht die Arbeitsweise der von Architekten und Architektinnen. Nach der Grundlagenermittlung erarbeiten sie Entwürfe, beispielsweise für Parkanlagen, Grünflächen, Fußgängerzonen, Stadien, Gartenschauen, Freibäder oder Spielplätze, und stimmen sie in den zuständigen Gremien ab.

Landschaftsbau

Im Landschaftsbau tätige Landschaftsarchitekten und -architektinnen planen Baumaßnahmen und nehmen Aufgaben in der Bauleitung von größeren Projekten wahr. Sie verhandeln mit Auftraggebern, erstellen Entwürfe und sorgen für die fachgerechte Ausarbeitung der Verdingungsunterlagen und des Angebotes. Herfür benötigen sie umfangreiches Fachwissen, z.B. über Pflanzen, Wachstumsansprüche und Bodenverhältnisse, über die erforderlichen Erdbau-, Wegebau-, Stein-, Holz- und Betonarbeiten sowie gute betriebswirtschaftliche und kaufmännische Kenntnisse. CAD

Fachworterklärung

CAD

Abkürzung für Computer Aided Design, d.h. Rechnerunterstützung für Planung, Entwurf und Konstruktion u.Ä.

Mit CAD-Programmen lassen sich die verschiedensten Erzeugnisse z.B. im Bauwesen, im Maschinenbau, in der Elektrotechnik oder auch im künstlerischen Bereich konstruieren bzw. planen. Geometrische Formen können zwei- oder dreidimensional dargestellt werden.

-Programme und geografische Informationssysteme (GIS

Fachworterklärung

GIS

Abkürzung für Geoinformationssystem

Ein rechnergestütztes System zur Erfassung, Speicherung, Analyse und Ausgabe von georäumlichen Informationen.

), digitale Bildverarbeitungssoftware und spezielle Kalkulations- und Ausschreibungssoftware sind die Grundlage moderner Planung. Aber auch nationale und europäische Gesetze und Verordnungen, wie Bau-, Landschafts- und Umweltschutzvorschriften, bestimmen die Tätigkeit.

Bereichsübergreifende Zusammenarbeit

Die Planungsaufgaben erfordern eine enge Zusammenarbeit mit Vertretern und Vertreterinnen anderer Fachdisziplinen, z.B. Architekten und Architektinnen, Bauingenieuren und -ingenieurinnen, Stadtplanern und -planerinnen, Biologen und Biologinnen oder Geologen und Geologinnen sowie den politischen Entscheidungsträgern bei Gemeinden, Landkreisen und Ministerien. Teamarbeit, Arbeit in Gremien und Präsentation von Produkten spielen für Landschaftsarchitekten und -architektinnen also eine wichtige Rolle.

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten

Neben planenden und ausführenden Tätigkeiten nehmen Landschaftsarchitekten und -architektinnen auch leitende und beratende Aufgaben in Zweck-, Berufs- und Fachverbänden wahr. Ein weiteres Aufgabengebiet stellt die Mitarbeit bei Entwicklungshilfeprojekten im Rahmen von Landschafts- und Naturschutzmaßnahmen dar.

Aufgaben und Tätigkeiten im Einzelnen

Landschaftsplanung

  • einen funktions- und leistungsfähigen Natur- und Landschaftshaushalt im unbesiedelten wie besiedelten Bereich im Hinblick auf Nachhaltigkeit entwickeln und erhalten
  • die natürliche Erholungsfunktion der Landschaft sichern und erhalten, Naturgüter wie Boden, Wasser, Luft schützen
  • die Strukturen und das Erscheinungsbild der Landschaft einschließlich der Freiräume im Siedlungsbereich erhalten und entwickeln
  • im bebauten Bereich durch Standortplanung und Steuerung in der räumlichen Planung (Raumordnung, Landesplanung, gemeindliche Bauleitplanung) die Umweltqualität erhalten und fördern
  • die Umweltverträglichkeit von Eingriffen in Natur und Landschaft bewerten sowie Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen bemessen, z.B. Kompensationsflächen für unvermeidbare Eingriffe in Natur und Landschaft projektieren
  • die Tier- und Pflanzenwelt schützen, pflegen und entwickeln (Arten- und Biotopschutz)
  • gegenüber anderen Fachplanungen wie Verkehrs- und Straßenplanung, Flurbereinigung, Gewässerplanung, Energie- und Abfallwirtschaft, Forst- und Agrarplanung sowie städtebauliche Entwicklung (Dorferneuerungen, Wohnumfeldverbesserungen, Baugebietsausweisungen) landespflegerische Belange vertreten

Freiraum- und Objektplanung

  • Entwurf, Ausführungsplanung, Bauüberwachung sowie Pflege und Unterhaltung von öffentlichen und privaten Grünflächen, z.B. von Parkanlagen, Stadtplätzen, Spiel-, Sport- und Freizeitanlagen, Erholungsanlagen, Friedhöfen und Gärten, durchführen
  • Freiflächen und Außenräume nach ästhetisch-künstlerischen, ökologischen und funktionalen Gesichtspunkten gestalten
  • historische Grünanlagen im Rahmen der Gartendenkmalpflege erneuern, rekonstruieren, unterhalten und pflegen
  • Öffentlichkeitsarbeit betreiben sowie bei Interessenkonflikten und Entscheidungsprozessen vermitteln

Landschaftsbau

  • die Ausführung von Objekten im bebauten Bereich, bei Freiflächen und Freiräumen (privat und öffentlich) planen, überwachen und betreuen
  • Freianlagen und Außenräume unterhalten und verwalten
  • Bestandsanalysen durchführen, Bodenproben veranlassen, entsprechende Entscheidungen treffen

Management, Beratung und Entwicklungshilfe

  • in Zweck-, Berufs- und Fachverbänden z.B. als Geschäftsführer/in die fachlichen und wirtschaftlichen Interessen vertreten
  • betriebs- und marktwirtschaftliche Fragen und Lösungsvorschläge erarbeiten
  • durch Gutachten und planerische Konzepte zur landschaftlichen Entwicklung im Hinblick auf Naturschutz, Naturhaushalt, naturbezogene Freizeit und Erholung beitragen
  • an Entwicklungshilfeprojekten im Rahmen von Landschafts- und Naturschutzmaßnahmen, an Bodenschutz- oder Aufforstungsmaßnahmen mitwirken

Wissenschaftliche Forschung und Lehre (i.d.R. nach Masterabschluss und ggf. Promotion)

  • an Forschungsvorhaben mitwirken
  • Vorlesungen und Seminare vorbereiten bzw. abhalten, Unterricht nachbereiten, ggf. Prüfungen abnehmen
  • Forschungsberichte verfassen