Schulische Vorbildung in der Praxis

Im Jahr 2019 gab es 1.248 Ausbildungsanfänger/innen. 48 Prozent der zukünftigen Hörakustiker/innen verfügten über einen mittleren Bildungsabschluss

Fachworterklärung

Mittlerer Bildungsabschluss/Realschulabschluss

Bezeichnung für den Schulabschluss, der mit Abschluss der 10. Klasse erreicht wird. Je nach Bundesland kann der Abschluss auch (Werk-)Realschulabschluss, mittlere Reife, Fachoberschulreife, erweiterte Berufsbildungsreife, mittlerer (Schul-)Abschluss, qualifizierter bzw. erweiterter Realschulabschluss, mittlerer Bildungsabschluss, Wirtschaftsschulabschluss oder (Erweiterter/Qualifizierter) Sekundarabschluss I ( - Realschulabschluss) lauten. Er wird in einer Realschule (plus), Werkrealschule, (Integrierten) Sekundarschule, Gemeinschaftsschule, Regelschule, Mittelstufenschule, Regionalen Schule, Oberschule, Stadtteilschule, Mittelschule oder an einem Gymnasium bzw. an einer Gesamtschule erworben. Der mittlere Bildungsabschluss berechtigt den Absolventen/die Absolventin zum Besuch weiterführender allgemeinbildender oder beruflicher Schulen (z.B. gymnasiale Oberstufe, Fachoberschule, Höhere Berufsfachschule, Höhere Handelsschule, Berufskollegs u.a.m.).

Für den Erwerb des mittleren Bildungsabschlusses gibt es in den einzelnen Bundesländern unterschiedliche Regelungen. Ein nachträglicher Erwerb an Abendschulen ist möglich. Synonym: mittlerer Schulabschluss.

, 44 Prozent besaßen die Hochschulreife

Fachworterklärung

Hochschulreife

Mit dem Erwerb einer Hochschulreife wird die Zugangsberechtigung zum Studium an Hochschulen (Universitäten bzw. Hochschulen mit vergleichbarer Aufgabenstellung, Fachhochschulen/Hochschulen für angewandte Wissenschaften, Dualen Hochschulen) und Berufsakademien bzw. zu Sonderausbildungen für Abiturientinnen und Abiturienten erlangt.

Man unterscheidet im deutschen Bildungssystem zwischen der allgemeinen Hochschulreife (Abitur), die in der Regel mit dem erfolgreichen Besuch der gymnasialen Oberstufe an Gymnasien, Oberschulen, Gemeinschaftsschulen, Beruflichen Gymnasien, Fachgymnasien oder Gesamtschulen erworben wird und zum Studium aller Fächer an allen Hochschulen berechtigt, und der fachgebundenen Hochschulreife, die nach erfolgreichem Besuch der Berufsoberschule verliehen wird und eine fachbezogene Hochschulzugangsberechtigung darstellt.

Mit der fachgebundenen Hochschulreife können im Gegensatz zur allgemeinen Hochschulreife lediglich Studiengänge besucht werden, auf die der Schulabschluss inhaltlich vorbereitet hat. Die Hochschulreife kann auch nachträglich z.B. an Abendgymnasien, Abendschulen oder Kollegs erworben werden. Darüber hinaus gibt es auch Wege des Hochschulzugangs für besonders befähigte Berufstätige ohne Hochschulreife.

. Sieben Prozent verfügten über einen Hauptschulabschluss

Fachworterklärung

Hauptschulabschluss

Bezeichnung für den ersten allgemeinbildenden Schulabschluss. Je nach Bundesland kann der Abschluss z.B. auch Berufsreife, (einfache) Berufsbildungsreife, erfolgreicher Abschluss der Mittelschule, Sekundarabschluss I oder erster allgemeinbildender Schulabschluss lauten. Er wird in einer Hauptschule, Gesamtschule, Werkrealschule, Gemeinschaftsschule, Mittelschule, (Integrierten) Sekundarschule, Oberschule, Stadtteilschule, Mittelstufenschule, Regionalen Schule, Realschule plus oder Regelschule erworben.

Durch das erfolgreiche Ablegen einer zusätzlichen Prüfung bzw. bei bestimmten Leistungen kann auch ein qualifizierender Hauptschulabschluss (je nach Bundesland auch z.B. erweiterter Hauptschulabschluss, qualifizierender Abschluss der Mittelschule, erweiterte Berufsbildungsreife, Berufsreife mit Leistungsfeststellung oder Sekundarabschluss I - Hauptschulabschluss) erworben werden.

Der Hauptschulabschluss berechtigt zum Besuch weiterführender allgemeinbildender und bestimmter beruflicher Schulen.

Ein nachträglicher Erwerb an Abendschulen oder im Rahmen berufsvorbereitender Bildungsgänge ist möglich.

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Quelle:
Die Angaben orientieren sich an den Informationen des Datensystems Auszubildende (DAZUBI)

Fachworterklärung

Informationen des Datensystems Auszubildende (DAZUBI)

Quelle: "Datensystem Auszubildende" des Bundesinstituts für Berufsbildung auf Basis der Daten der Berufsbildungsstatistik der statistischen Ämter des Bundes und der Länder (Erhebung zum 31.12.); Absolutwerte aus Datenschutzgründen jeweils auf ein Vielfaches von 3 gerundet; der Insgesamtwert kann deshalb von der Summe der Einzelwerte abweichen.

des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB).

Wichtige Schulfächer

Vertiefte Kenntnisse in folgenden Schulfächern bilden gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Ausbildung:

Physik:

Angehende Hörakustiker/innen lernen, für ihre Kunden geeignete Hörsysteme auszuwählen und anzupassen. Dies erfordert Sachkenntnis in Bereichen der Akustik

Fachworterklärung

Akustik

Speziell der Physik: Lehre von mechanischen Schallschwingungen in dem Frequenzbereich, der vom menschlichen Ohr wahrgenommen wird.

Speziell in der Musik: "Lehre vom Hörbaren"; Die musikalische Akustik hat Töne, Klänge und Geräusche zum Gegenstand und definiert sie im Hinblick auf ihre Tonhöhe, Lautstärke, Klangfarbe und Dauer.

, z.B. der Schallentstehung, und über die Funktionsweise elektronischer Hörsysteme. Gute Kenntnisse physikalischer Gesetze und Zusammenhänge sind für die Ausbildung daher förderlich.

Werken/Technik:

Handwerkliches Geschick benötigt man, um z.B. Abdrücke der Ohrmuschel und des Gehörgangs zu nehmen und damit das Ohrpassstück anzufertigen oder um Hörbügel und Hinter-Ohr-Geräte an Brillen zu montieren. Technisches Verständnis ist beim Warten von Hörsystemen erforderlich. Daher sind Fertigkeiten und Kenntnisse in Werken und Technik vorteilhaft.

Mathematik:

Angehende Hörakustiker/innen müssen audiologische

Fachworterklärung

Audiologie

Medizinische Wissenschaft des Gehörs, insbesondere seines Aufbaus, der Funktionsweise sowie seiner Erkrankungen.

Berechnungen und Messverfahren mit verschiedenen akustischen Größen durchführen und diese interpretieren, um das richtige Hörsystem auswählen und anpassen zu können. Zahlenverständnis ist hierfür unbedingt erforderlich.

Biologie:

Kenntnisse in Anatomie und Physiologie des Gehörs und der Sprechorgane sind in der Ausbildung vorteilhaft, um den komplexen Vorgang des Hörens und des Sprechens nachvollziehen zu können.

Deutsch:

Angehende Hörakustiker/innen weisen Kunden in die Bedienung von Hörsystemen ein oder beraten sie hinsichtlich unterschiedlicher Arten von Hörsystemen bzw. Gehörschutz, erledigen u.a. den Schriftverkehr mit Herstellern und Krankenkassen. Gute mündliche Ausdrucksfähigkeit sowie Sicherheit in Rechtschreibung und Zeichensetzung sind daher erforderlich.