Aufgaben und Tätigkeiten kompakt

Medizinisch-technische Assistenten und Assistentinnen für Funktionsdiagnostik führen Untersuchungen mit medizinischen Geräten durch. Mithilfe dieser Geräte messen sie den Zustand des zentralen, peripheren und vegetativen Nervensystems, der Sinnesorgane, der Muskulatur, des Herzens, der Blutgefäße sowie der Lungen. Dabei testen sie z.B. Hörfähigkeit, Gleichgewichtssinn, Herz- oder Hirnströme und Lungenfunktion. Sie bereiten medizinische Geräte vor und kümmern sich um die Patienten. Beispielsweise unterweisen sie sie vor speziellen Hörtests. Den Ablauf der Untersuchung dokumentieren sie sorgfältig, anschließend werten sie die Ergebnisse aus. Auch erledigen sie die Anmeldeformalitäten oder dokumentieren Patientendaten. Regelmäßig kontrollieren sie die korrekte Funktion von medizinischen Geräten wie Herzschrittmachern oder Hörgeräten. Bei Eingriffen wie Herzkatheteruntersuchungen assistieren sie dem Arzt oder der Ärztin.

Aufgaben und Tätigkeiten (Beschreibung)

Worum geht es?

Medizinisch-technische Assistenten und Assistentinnen für Funktionsdiagnostik untersuchen Patienten mithilfe medizinischer Geräte und testen z.B. Hirnströme, Hörfähigkeit, Gleichgewichtssinn, Lungenfunktion und Herz-Kreislauf-System.

Neurophysiologische Funktionsdiagnostik

In der neurophysiologischen

Fachworterklärung

Neurophysiologie

Teilgebiet der Physiologie, das sich mit den Funktionen der Nervensysteme befasst.

Funktionsdiagnostik applizieren sie den Patienten Elektroden

Fachworterklärung

Elektrode

Bauteil, das den Übergang des elektrischen Stromes in ein anderes Leitermedium vermittelt.

, z.B. auf die Schädeloberfläche. Dann stellen sie die elektronischen Messgeräte exakt ein, starten sie und überwachen den Untersuchungsvorgang. So können sie Elektroenzephalogramme (EEGs) erstellen, die elektrische Gehirnströme oder Muskelfunktionen registrieren. Dadurch können Krankheiten wie Parkinson, Demenz und Epilepsie sowie Hirnverletzungen, Nervenentzündungen oder Aufmerksamkeitsstörungen diagnostiziert werden. Medizinisch-technische Assistenten und Assistentinnen für Funktionsdiagnostik assistieren auch bei neurologischen Ultraschalluntersuchungen und Computertomografien

Fachworterklärung

Tomografie

Auch: Tomographie. Synonym: Schnittbildverfahren/Schichtaufnahmeverfahren.

Speziell in der Medizin: Verschiedene bildgebende Verfahren, welche die innere räumliche Struktur eines Objektes ermitteln und in Form von Schnittbildern (Tomogramme) darstellen können.

Zu den tomografische Untersuchungsverfahren gehören z.B. die Röntgentomographie, Computertomographie (CT), Magnetresonanztomographie (MRT) oder Ultraschalluntersuchung (Sonografie).

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Alles im Gleichgewicht?

Sie überprüfen, ob Gleichgewichts-, Gehör-, Geruchs- und Geschmackssinn richtig arbeiten, ob z.B. Schwerhörigkeit vorliegt oder ob ein Hörsturz aufgetreten ist. Im Bereich der Audiometrie z.B. führen sie mit Audiometern

Fachworterklärung

Audiometer

Elektrisches Gerät zur Prüfung der Hörfähigkeit, zur Diagnostik von Hörstörungen sowie zur Hörgeräteanpassung u.a.

Hörtests durch, um Hörminderungen in bestimmten Frequenzbereichen festzustellen. Sie passen Hörgeräte an und führen Nachsorgeuntersuchungen durch. Wurden Gehörlosen z.B. Cochleaimplantate (Hörprothesen) in die Hörschnecke einoperiert, programmieren sie anschließend den Sprachprozessor. Dabei stellen sie jede einzelne Elektrode individuell auf das Hörempfinden der Patienten ein.

Herz und Kreislauf

Medizinisch-technische Assistenten und Assistentinnen für Funktionsdiagnostik legen den Patienten Elektroden an und überprüfen das Herz-Kreislauf-System mit Elektrokardiografen (EKG). Belastungsuntersuchungen führen sie unter ärztlicher Aufsicht durch. Sie bedienen auch Phonokardiografen

Fachworterklärung

Phonokardiograph

Auch: Fonokardiograf. Speziell in der Medizin: Bezeichnung für ein Gerät zur Registrierung der Herztöne auf elektroakustischem Wege mittels Mikrofon und Verstärker. Auf dem so genannten Phonokardiogramm werden die Herztöne aufgezeichnet.

oder Mechanokardiografen, arbeiten mit Blutdruckmessgeräten und Ultraschall und kontrollieren Herzschrittmacher. Sie unterstützen Ärzte und Ärztinnen, wenn das Herz katheterisiert wird, um angeborene Herzfehler festzustellen. Außerdem assistieren sie bei Reanimationen

Fachworterklärung

Reanimation

Speziell in der Medizin: Medizinischer Fachausdruck für Wiederbelebung, d.h. für Erste-Hilfe- oder auch klinische Maßnahmen bei einem akuten Herz- oder Atemstillstand.

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Atmung

Falls der Verdacht auf chronische Bronchitis, Bronchialasthma, Lungenfibrose oder Arzneimittelallergie besteht, testen sie die Funktion des Atemsystems. Dazu messen sie das Lungenvolumen mit einem Spirometer oder analysieren physikalisch Atem- und Blutgas. Zur Blutgasanalyse entnehmen sie Blutproben am Ohrläppchen oder am Arm. Danach werten sie die Analysen aus. Manche Assistenten und Assistentinnen überwachen Patienten auch in Schlaflabors oder kontrollieren Lungenwerte von Hochleistungssportlern.

Große Verantwortung - nicht nur im Umgang mit Patienten

In welchem Bereich sie auch tätig sind - Medizinisch-technische Assistenten und Assistentinnen für Funktionsdiagnostik stehen stets in engem und verantwortungsvollem Kontakt mit Patienten. Sie nehmen deren persönliche Daten auf, etwa für die Anmeldeformulare, und betreuen sie vor, während und nach einer Untersuchung. Sie schätzen den klinischen Zustand der Patienten ein, um deren Belastbarkeit und somit das Risiko abwägen zu können. Danach entscheiden sie über die Auswahl der geeigneten Untersuchungstechnik. Ggf. treffen sie eigenständig eine Entscheidung darüber, ob eine Untersuchung abgebrochen werden muss, und kommunizieren dies den behandelnden Ärzten und Ärztinnen. Auf ängstliche Patienten gehen sie einfühlsam ein. Bisweilen müssen sie auch Konfliktsituationen im Umgang mit Patienten und deren Angehörigen bewältigen, etwa wenn sie besonders schwere Krankheitsdiagnosen oder Therapien übermitteln.
Ggf. sind sie auch mit der Planung oder Revision von Arbeitsabläufen innerhalb der funktionsdiagnostischen Abteilung betraut oder stellen bei Systemverantwortung sicher, dass IT-Systeme ständig verfügbar und einsatzbereit sind.

Aufgaben und Tätigkeiten im Einzelnen

  • Atemfunktionsdiagnostik
    • Atemfunktion prüfen, z.B. physikalische Atemgas-, Blutgasanalysen, Säure-Basen-Analysen durchführen
    • Geräte justieren
    • Kurven und Messwerte ablesen und beurteilen
    • bei Arterienpunktionen

      Fachworterklärung

      Punktion

      Speziell in der Medizin: Einstechen mit einer Hohlnadel (Kanüle) in den Körper, zur Einspritzung von diagnostischen oder therapeutischen Mitteln, zur Entnahme von Proben oder zur Entfernung krankhafter Flüssigkeitsansammlungen.

      assistieren
  • Herz-Kreislauf-Funktionsdiagnostik
    • unter ärztlicher Aufsicht Belastungsuntersuchungen durchführen und protokollieren
    • Elektrokardiogramme

      Fachworterklärung

      Elektrokardiografie (EKG)

      Auch: Elektrokardiographie. Abkürzung EKG.

      Speziell in der Medizin: Untersuchungsmethode v.a. in der Inneren Medizin, bei der elektrische Erregungsabläufe am Herzen über Elektroden gemessen werden. Ein EKG dient der Erfassung von Herz-Kreislauf-Erkrankung.

      (EKG), Phonokardiogramme

      Fachworterklärung

      Phonokardiograph

      Auch: Fonokardiograf. Speziell in der Medizin: Bezeichnung für ein Gerät zur Registrierung der Herztöne auf elektroakustischem Wege mittels Mikrofon und Verstärker. Auf dem so genannten Phonokardiogramm werden die Herztöne aufgezeichnet.

      (PKG), Mechanokardiogramme (MKG) erstellen; Ergebnisse beurteilen
    • bei Herz-Kreislauf-Untersuchungen unter Belastung, bei Punktionen und Katheterisierung

      Fachworterklärung

      Katheter

      Speziell in der Medizin: Schläuche bzw. Röhren zum Sondieren, Entleeren, Spülen von Hohlorganen wie Blase, Darm, Gefäße oder Herz. Der Vorgang des Einführens eines Katheters wird als Katheterisieren bezeichnet.

      des Herzens und der großen Gefäße, bei der Intensivüberwachung von Herz und Kreislauf einschließlich Reanimation

      Fachworterklärung

      Reanimation

      Speziell in der Medizin: Medizinischer Fachausdruck für Wiederbelebung, d.h. für Erste-Hilfe- oder auch klinische Maßnahmen bei einem akuten Herz- oder Atemstillstand.

      assistieren
    • bei akuten und lebensbedrohlichen Zuständen Erste Hilfe leisten
  • neurophysiologische Funktionsdiagnostik und Funktionsdiagnostik der Sinnesorgane
    • Elektroenzephalogramme

      Fachworterklärung

      Elektroenzephalogramm (EEG)

      Erzeugtes Kurvenbild bei der Untersuchung der elektrischen Aktivität der Hirnrinde. Abkürzung: EEG

      (EEGs) erstellen, um elektrische Gehirnströme zu messen; Arbeitsprogramme manuell schalten
    • bei der Ableitung von Elektromyogrammen (EMG) und Elektroneurogrammen (ENG) assistieren
    • Nervenleitgeschwindigkeit berechnen
    • bei neurologischen Ultraschalluntersuchungen einschließlich Computertomografie

      Fachworterklärung

      Tomografie

      Auch: Tomographie. Synonym: Schnittbildverfahren/Schichtaufnahmeverfahren.

      Speziell in der Medizin: Verschiedene bildgebende Verfahren, welche die innere räumliche Struktur eines Objektes ermitteln und in Form von Schnittbildern (Tomogramme) darstellen können.

      Zu den tomografische Untersuchungsverfahren gehören z.B. die Röntgentomographie, Computertomographie (CT), Magnetresonanztomographie (MRT) oder Ultraschalluntersuchung (Sonografie).

      assistieren
    • audiometrische

      Fachworterklärung

      Audiometrie

      Auch: Sprachaudiometrie, Tonaudiometrie

      Sammelbegriff für verschiedene Verfahren zur Prüfung und Messung der Hörfähigkeit mit dem Zweck, einen bestehenden Hörverlust zu erkennen, zu diagnostizieren und eventuell zu lokalisieren, z.B. mittels eines Audiometers, eines elektrischen Gerätes zur Prüfung der Hörfähigkeit. Der vom Schwerhörigen gehörte Frequenzumfang und die Schwellenwerte (eben noch wahrgenommene Tonstärken) werden für jeden Frequenzbereich ermittelt.

      Messungen vornehmen, um das Hörvermögen zu testen, Hörgeräte und -prothesen anpassen
  • fachbereichsübergreifende und administrative

    Fachworterklärung

    Administrativ

    Steht für verwaltungsmäßig, behördlich oder auch allgemeiner regelnd.

    Tätigkeiten
    • Patienten vor und während der Untersuchung betreuen
    • den klinischen Zustand der Patienten einschätzen und Untersuchungsrisiken abwägen
    • Patienten halten und bei der Untersuchung in die richtige Position bringen
    • Ärzten und Ärztinnen assistieren, z.B. Untersuchungsgeräte zureichen
    • Patientenakten anlegen und pflegen
    • Untersuchungsergebnisse auswerten, dokumentieren und archivieren
    • bei Systemverantwortung sicherstellen, dass IT-Systeme ständig verfügbar und einsatzbereit sind