Aufgaben und Tätigkeiten kompakt

Podologen und Podologinnen führen auf ärztliche Anordnung oder unter ärztlicher Aufsicht Behandlungsmaßnahmen am Fuß durch. Sie erkennen pathologische Veränderungen, die eine medizinische Behandlung erfordern. Über vorbeugende und pflegerische Maßnahmen hinaus behandeln sie Hühneraugen, Verhornungen sowie alle Arten von Nagelmissbildungen wie verdickte, eingewachsene und verpilzte Nägel. Zudem führen sie Nagelspangenbehandlungen durch und fertigen Orthosen (langlebige Druckentlastungen) und Nagelprothesen an. Haben Podologen bzw. Podologinnen eine eigene Praxis, übernehmen sie Verwaltungsaufgaben auch selbst. Beispielsweise erledigen sie dann die Buchführung oder werben für ihr Dienstleistungsangebot.

Aufgaben und Tätigkeiten (Beschreibung)

Worum geht es?

Podologen und Podologinnen führen medizinische Fußpflegemaßnahmen und Fußbehandlungen durch.

Gut zu Fuß

Ob Hornhaut, Hühneraugen, Druckstellen oder eingerollte Nägel: Podologen und Podologinnen können helfen und Linderung verschaffen. Sie entlasten Füße und Zehen mit speziellen Verbandstechniken und behandeln Warzen und Fußpilz. Sind Nägel eingerollt oder eingewachsen, passen sie spezielle Nagelspangen an. Fehlende Nagelteile ersetzen sie durch Prothesen

Fachworterklärung

Prothese

Fachausdruck für den künstlichen Ersatz fehlender Körperteile.

. Mitunter behandeln sie auch Babys mit deformierten Zehennägeln. Bei schmerzhaften Zehenfehlstellungen modellieren sie Silikon-Orthosen, um die Zehen wieder einzugliedern und die Funktion des Fußes wieder herzustellen. Im Falle von Fußerkrankungen, -verletzungen oder sonstigen medizinischen Problemen arbeiten sie unter ärztlicher Anleitung oder auf Grundlage ärztlicher Verordnungen.

Ursachenforschung

Bevor sie zu Zange, Pinzette oder Skalpell greifen oder Lösungen auftragen, klären Podologen und Podologinnen die Ursache für die Beschwerden ab: Sind die Hammerzehen durch zu kleine Schuhe entstanden? Liegt ein Spreiz- oder Senkfuß vor? Könnte eine Diabetes-Erkrankung

Fachworterklärung

Diabetes mellitus

Kurz: Diabetes

Wissenschaftliche Bezeichnung für eine Erkrankung, die mit einem erhöhten Blutzuckergehalt sowie der Ausscheidung von Zucker im Urin einhergeht.

Unterschieden werden der Typ I, der vor allem bei Jugendlichen unter 20 Jahren auftritt, sowie der Typ II, die so genannte Altersdiabetes; sie tritt i.d.R. bei älteren Menschen auf.

Auch: Zuckerkrankheit

das Geschwür verursacht haben? Auch Personen mit Blutkrankheiten oder Rheumaerkrankungen gehören zu ihren Kunden bzw. Patienten. Während der Behandlung tragen Podologen und Podologinnen Handschuhe, Mundschutz und Arbeitskleidung. Danach desinfizieren und sterilisieren sie die verwendeten Instrumente, denn Hygiene ist oberstes Gebot.

Fußgesundheit

Podologen und Podologinnen wenden Maßnahmen der medizinischen Fußpflege auch bei Personen mit gesunden Füßen an, z.B. zur Prävention von Fußkrankheiten. Beispielsweise entfernen sie Hühneraugen und übermäßige Hornhaut oder reinigen Nagelränder. Sie schleifen Nägel ab, polieren diese und überziehen sie ggf. mit einem Schutzlack. Ebenso bieten sie mobilisierende Fußmassagen an, verabreichen Fußbäder und versorgen die Haut mit Pflegeprodukten.
Was kann man langfristig für seine Fußgesundheit tun, wenn man Diabetes hat? Welche Schuhe eignen sich für Hohl- oder Spreizfüße? Mit welchen Gymnastikübungen kann man zuhause die Fußmuskulatur kräftigen? Welche Produkte eignen sich zur Pflege? Podologen und Podologinnen beraten ihre Kunden bei all diesen Anliegen, ggf. auch bei den Kunden zu Hause.

Verwalten und verkaufen

Podologen und Podologinnen dokumentieren und verwalten darüber hinaus am Computer Kunden- bzw. Patientendaten, erstellen Arztberichte und rechnen podologische Leistungen mit den Krankenkassen ab. Auch unternehmerische Fähigkeiten sind gefragt - vom Produktverkauf über die Sortimentszusammenstellung und -pflege bis hin zur Gestaltung von Prospekten, Praxisfenstern oder Websites.

Aufgaben und Tätigkeiten im Einzelnen

  • Arbeit vorbereiten
    • Arbeitsgeräte desinfizieren und sterilisieren, den Behandlungsplatz vorbereiten, z.B. Instrumente, Pflegemittel und frische Handtücher bereitlegen
    • Kunden bzw. Patienten empfangen; Kunden- bzw. Patientendaten aufnehmen und abgleichen
  • Anamnese

    Fachworterklärung

    Anamnese

    Medizinischer Fachausdruck für die Erhebung der Krankengeschichte meist durch Befragung der Patienten/Patientinnen.

    erheben und beraten
    • podologische Anamnese erheben (Sicht- und Tastbefund), Problemursachen klären (z.B. ungeeignetes Schuhwerk, Senk- oder Spreizfuß)
    • Kunden bzw. Patienten beraten, z.B. geeignete Schuhe und häusliche Pflegemaßnahmen empfehlen
  • Füße medizinisch pflegen (in bestimmten Fällen in Rücksprache mit dem Arzt bzw. der Ärztin)
    • zu behandelnde Fußpartien reinigen und desinfizieren, Fußbäder verabreichen
    • eingerollte und eingewachsene Nägel korrigieren, z.B. mit Spangen; Nagelpilz behandeln, Nägel künstlich ersetzen (Nagelprothetik

      Fachworterklärung

      Prothetik

      Speziell in der Medizin: Bezeichnung für die Wissenschaft vom Kunstgliederbau, d.h. des Teilgebietes der Medizin, das sich mit dem handwerklichen Bau von Prothesen beschäftigt; meist ausgeführt von Orthopädiemechanikern und Zahntechnikern.

      )
    • Hühneraugen und Warzen behandeln, übermäßige Hornhaut entfernen, verdickte Nägel abschleifen
    • Druckstellen behandeln (u.a. Entlastungsverbände anlegen), z.B. im Zusammenhang mit Diabetes-Erkrankungen

      Fachworterklärung

      Diabetes mellitus

      Kurz: Diabetes

      Wissenschaftliche Bezeichnung für eine Erkrankung, die mit einem erhöhten Blutzuckergehalt sowie der Ausscheidung von Zucker im Urin einhergeht.

      Unterschieden werden der Typ I, der vor allem bei Jugendlichen unter 20 Jahren auftritt, sowie der Typ II, die so genannte Altersdiabetes; sie tritt i.d.R. bei älteren Menschen auf.

      Auch: Zuckerkrankheit


    • Zehenstützen, Bandagen und andere orthopädische Hilfsmittel anpassen, Fuß- und Zehenfehlstellungen provisorisch durch Taping (mit Klebebändern) korrigieren
  • weitere Fußpflegemaßnahmen durchführen
    • Füße und Unterschenkel massieren
    • Fußbäder verabreichen
    • Fußnägel kürzen und in Form bringen, z.B. Nägel fräsen, Nagelränder und -falz reinigen, Nagelränder und -platten glätten und polieren; ggf. lackieren
    • Füße und Unterschenkel mit Hautpflegemitteln behandeln
  • administrative und kaufmännische Aufgaben erledigen
    • Kunden- bzw. Patientendaten dokumentieren und verwalten
    • podologische Leistungen abrechnen
    • Fußpflegeprodukte, orthopädische Hilfsmittel, Gesundheitsschuhe, Zehensocken, Diabetikersocken verkaufen, Produktsortiment pflegen
    • Leistungsangebot angemessen präsentieren (z.B. Prospekte, Praxisfenster, Website)